Die wichtigste Sekunde deines Lebens.

Die Kunst des ersten Eindrucks und warum er wichtig ist.

Wie überträgt sich Kunst in unsere Kleiderschränke? Und noch wichtiger: Warum ist es wichtig, wenn von ersten Eindrücken die Rede ist?

Jeder von uns hat mindestens einmal ein Gemälde gesehen und musste dort stehen bleiben und sich fragen: "Was? Wer hat es gesehen? Wie? Wieso?" Große Kunst ist eine Einladung zum Hinterfragen. Wir fragen uns nach der Identität von Mona Lisa, oder dem Mädchen mit dem Perlenohrring. Aber so wie ein Gemälde unsere Neugierde weckt, spricht es auch über den Künstler. Wenn wir also einmal über die schmelzende Uhr Salvador Dalís nachgedacht haben, überrascht uns die Persona hinter dem Gemälde zusammen mit seinem Avantgarde-Schnurrbart nicht mehr.

Ein Kunstwerk erzählt über den Künstler, lädt zum Dialog ein, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Das gilt auch für deine Kleidung.


girl wearing artsocks by martiros saryan palm trees


Kunst und Mode sind miteinander verflochten. Über Jahrzehnte hinweg haben sie sich in Kollaborationen wie Coco Chanel und Pablo Picasso, Luis Vuitton und Takashi Murakami, Alexander McQueen und Damien Hirst zusammengefunden. Künstler haben auch als Inspiration für Designer gedient, wie Mondrian und Matisse für Yves Saint Laurent oder Donatello und El Greco für Vivienne Westwood.

Aber letztendlich gibt uns die Mode abseits der Laufstege und der Magazinseiten die Möglichkeit, unser wahres Selbst auszudrücken.

Vor diesem Hintergrund solltest du dich also fragen: Wenn dein Stil ein Gemälde wäre, wäre es originell, würde es Interesse wecken oder etwas darüber aussagen, wer du bist?

Selbst wenn du ein Fan von Jeans und T-Shirt bist, können kleine Details den Unterschied ausmachen. Denke nur an all die Berühmtheiten, die in einem schlichten schwarzen Anzug über den roten Teppich schaukeln, um dann die Welt über die gemusterten Socken unterhalten zu lassen, die sie trugen.

Warum ist das wichtig? Nun, es dauert eine Zehntelsekunde, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Wie du dir vorstellen kannst, spielt natürlich auch dein Äußeres eine große Rolle.


two girls wearing artsocks by wassilly kandinsky and martiros saryan palm trees


Dank der Evolution sind unsere Gehirne so verdrahtet, dass sie sofort einen ersten Eindruck bilden. Für unsere Vorfahren bedeutete diese Eigenschaft den Unterschied, ob sie von einem feindlichen Stamm angegriffen wurden oder in einem Stück zu ihrer Höhle zurückkehrten. Heute sind die Dinge etwas komplizierter. Bei so vielen Trends da draußen ist es nicht so einfach zu zeigen, wer man ist, indem man einen Lendenschurz und eine Perlenkette anzieht, die den Stamm kennzeichnet, zu dem man gehört.

Dennoch ist der erste Eindruck genauso wichtig - die Sozialpsychologie legt nahe, dass es überraschend schwer ist, ihn zu ändern, wenn er einmal entstanden ist.

black guy white girl wearing artsocks by wassilly kandinksy color study and martiros saryan palm tress

Was du anziehst, hilft der Welt zu erkennen, wer du bist. Anstatt dich also gedankenlos anzuziehen, solltest du das Anziehen als eine Form der Meditation betrachten. Wenn du morgens aufwachst, gib dir eine Minute Zeit, um dich mit dem zu verbinden, wer du wirklich bist, und schau dann in den Schrank, um zu sehen, was dazu passt.

Mode geht tiefer als das Gemälde. Es geht darum, sich selbst zu verstehen und andere einzuladen, dich kennen zu lernen.

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